Prüfung ortsveränderlicher Geräte

Die Prüfung ortsveränderlicher Geräte muss jeder Betrieb vornehmen, der Geräte in Gebrauch hat, die unter die Kategorisierung passen. Unter ortsverändlichen Geräten versteht man allgemein alle Geräte, die mit einem Stecker ausgestattet sind - also elektrische Geräte - und während ihrer Verwendung bewegt werden können. Im Gegensatz zu beispielsweise einem Backofen, der während seiner Benutzung einen festen Platz hat, wäre eine Bohrmaschine ein ortsveränderliches Gerät. Für sie gilt die DIN VDE 0701 0702. Grundsätzlich wird die Prüfung elektrischer Betriebsmittel und die Prüfung ortsveränderlicher Geräte zum Schutze aller Personen verlangt, die in einem Unternehmen hiermit arbeiten müssen. Diese Vorkehrungen sollen Unfälle verhindern.

 

Wie und was wird geprüft?

Vor der ersten Inbetriebnahme muss zunächst eine Sichtprüfung erfolgen. Das heißt: Wird ein neues Gerät angeschafft, auf die die Prüfung ortsveränderlicher Geräte zutrifft, muss immer eine Besichtigung erfolgenden, die zum Beispiel folgende Mängel aufdecken soll:

  • - Schäden am Gehäuse oder an Schutzvorrichtungen
  • - Äußere Mängel der Anschlussleitungen
  • - Mängel an Biegeschutz und Zugentlastung der Anschlussleitungen
  • - Anzeichen von Überlastung und unsachgemäßen Gebrauch
  • - Unzulässige Eingriffe und Änderungen (mutwillig oder unabsichtlich)
  • - Ordnungsgemäßer Zustand der Abdeckungen (zum Schutz vor Verletzungen)
  • - Verschmutzung und Korrosion, die offensichtlich die Sicherheit beeinträchtigen
  • - Vorhandensein erforderlicher Luftfilter
  • - Freie Kühlöffnungen
  • - Einwandfrei Lesbarkeit von Aufschriften, die der Sicherheit dienen (z.B. Sicherheitshinweise für den Benutzer)

 

Nach der Sichtprüfung folgt die Messung. Hierbei soll mit geeigneten Mess- und Prüfgeräten festgestellt werden, ob Grenzwerte nach DIN VDE 0701 0702 eingehalten werden.

Nach der Messung müssen die Geräte auf ihre Funktion hin überprüft werden. Bei der Prüfung ortsveränderlicher Geräte und bei der Prüfung elektrischer Betriebsmittel kann an dieser Stelle auch immer die Herstellerbeschreibung zur Funktionalität verwendet werden.

 

Was passiert nach der Prüfung?

Grundsätzlich ist das Ergebnis der Prüfung ortsveränderlicher Geräte und der Prüfung elektrischer Betriebsmittel immer zu dokumentieren. Wie der Betrieb diese Dokumentation gestaltet, ist ihm frei gestellt. Einige Unternehmer entscheiden sich für eine papierlose Variante und erfassen Prüfergebnisse lieber digital. Für die Prüfschritte nach DIN VDE 0701 0702 selbst ist eine Art Checkliste empfehlenswert. Schritt für Schritt wird die Prüfung ortsveränderlicher Geräte vorgenommen und die prüfende Person kann durch einen Haken oder einen kurzen Vermerk bereits geprüfte Punkte markieren.

 

Deutlich und nachvollziehbar dokumentiert werden müssen in jedem Fall erkannte Mängel und Fehler. Auch wann und wie der Fehler behoben wurde, ist festzuhalten und dient der späteren Nachvollziehbarkeit. Gerade wenn es zu einem Unfall kommt, kann später besser nachvollzogen werden, weshalb dieser entstanden ist und die Prävention weitere Unfälle dieser Art verhindern. Die Prüfung ortsverständlicher Geräte und die Prüfung elektrischer Betriebsmittel verhindert natürlich nicht per se Unfälle, aber defekte oder gefährliche Eigenschaften an Geräten werden früher erkannt und potentielle Gefahren aus dem Verkehr gezogen.

 

Wann muss geprüft werden?

Grundsätzlich muss ein Geräte oder ein elektrisches Betriebsmittel vor dessen erster Benutzung immer nach DIN VDE 0701 0702 geprüft werden. Ist diese Prüfung ohne Fehler oder Mängel abgeschlossen, erfolgen weitere Prüfungen innerhalb bestimmter Fristen. Nach DGUV V3 §5 Abs. 1 sind Prüffristen immer so vom Unternehmer zu bemessen, dass Mängel mit denen gerechnet werden muss, auch möglichst rechtzeitig erkannt werden. Auch bei der Prüfung ortsveränderlicher Geräte und bei der Prüfung elektrischer Betriebsmittel gilt daher: Die Fristen sollten lieber etwas zu eng beieinander liegen als sehr große Zeitspannen bei der Wiederholungsprüfung entstehen zu lassen.

Auf den ordnungsgemäßen Zustand der Geräte und Betriebsmittel muss der Unternehmer auch zwischen den Prüfintervallen achten. Offensichtliche Fehler oder Mängel müssen unverzüglich behoben werden. Dabei spielt es keine Rolle, wer auf diese Mängel hinweist. Überwiegend sind das die Mitarbeiter, die mit den Geräten arbeiten. Behoben werden müssen die Mängel nach DIN VDE 0701 0702 allerdings immer fachmännisch. Ist ein Mängel nicht zu beheben, ist das Geräte für die weitere Benutzung nach DIN VDE 0701 0702 nicht zugelassen. Wird ein Ersatzgerät beschafft, ist zu beachten, dass auch für dieses neue Geräte wieder die Prüfung ortsveränderlicher Geräte und die Prüfung elektrischer Betriebsmittel in Form der ersten Instandhaltungs-Prüfung vorzunehmen ist.

 

Wie können die Prüfung vereinfacht werden?

Als Unterstützung für den Prüfprozess haben sich in der Praxis die so genannten Prüfplaketten bewährt. Sie werden direkt an die Geräte angebracht und zeigen dort durch kurze Notizen an, wann zuletzt die Prüfung nach DIN VDE 0701 0702 stattgefunden wann, wer geprüft hat und wann das nächste Mal geprüft werden muss. Automatisch wird bei der Benutzung diese Plakette wahrgenommen und die Prüfung ortsveränderlicher Geräte wird nicht vergessen. Wer auf Plaketten verzichten möchte, kann stattdessen beispielsweise eine elektronische Form der Prüforganisation wählen. Natürlich funktioniert die Prüfung elektrischer Betriebsmittel und die Prüfung ortsveränderlicher Geräte auch nur in Papierform. Wie der Unternehmer sich in dieser Hinsicht organisiert, ist ganz ihm selbst überlassen, solange der ordnungsgemäße Zustand gewährleistet werden kann. Die Fristen müssen eingehalten und erkannte Mängel umgehend behoben werden. Ist die Behebung eines Fehler nicht möglich, muss laut DIN VDE 0701 0702 auf die Benutzung des Gerätes verzichtet werden - so lange bis der ordnungsgemäße und sichere Zustand wieder hergestellt ist. Im Notfall ist das Gerät auszutauschen, wenn der sichere Zustand nicht wieder hergestellt werden kann.

Für Unternehmer ist zu empfehlen, die Prüfung elektrischer Betriebsmittel und die Prüfung ortsveränderlicher Geräte ernst zu nehmen und mit einer gewissen Professionalität anzugehen. Je besser die einzelnen Prüfungen und die zugehörigen prüfschritte organisiert sind, desto weniger Aufwand verursacht das Prüfen selbst. Jeder Unternehmer sollte die Prüfung ortsveränderlicher Geräte nach DIN VDE 0701 0702 als etwas anerkennen, das seinem eigenen Unternehmen nützt und kein nutzloser Arbeitsaufwand ist.

 

Wer darf die Prüfung ortsverändlicher Geräte vornehmen?

Vorzunehmen ist die Prüfung von einer Elektrofachkraft oder von einer oder mehrere Personen, die von dieser Elektrofachkraft eingewiesen wurden. Je nach Größes eines Unternehmens ist es üblich, dass es so genannte Prüfteams gibt. Aber auch große Teams und einzelne Prüfeinheiten müssen immer einer Elektrofachkraft unterstellt sein. Diese Elektrofachkraft ist von ihrer Verantwortung nicht befreit, auch wenn sie andere Personen in die Prüfung ortsveränderlicher Geräte und die Prüfung elektrischer Betriebsmittel eingewiesen hat.

Unter einer Elektrofachkraft versteht man eine Person, die durch ihre Qualifikation und Ausbildung einschlägige Kenntnisse der Elektrotechnik nachweisen kann. Üblicherweise wird für die Prüfung ortsveränderlicher Geräte Elektrotechniker oder Elektroingenieure ausgewählt. Der Unternehmer trägt allerdings selbst das Risiko, die richtige Person hierfür auszuwählen und sollte sich immer absichern. Für die Prüfung ortsveränderlicher Geräte ist immer ratsam, dass vorab alle vorgegebenen Kenntnisse vorgelegt werden: Zeugnisse und Zertifikate sollte dem Unternehmer immer vorliegen.

Allgemein lässt sich sicher sagen: Je erfahrener und kompetenter eine Elektrofachkraft ist, desto weniger Aufwand erzeugt die Prüfung ortsveränderlicher Geräte. Der zeitliche Rahmen sollte sich in Grenzen halten und strikt nach Prüfschema vorgegangen werden. Die Prüfung ortsveränderlicher Geräte ist so ausgelegt, dass pro Gerät nur wenige Minuten für die Prüfung aufgewendet werden müssen. Je größer und komplexer, desto umfangreicher ist die Testdauer allerdings. Vor allem der funktionale Test hängt stark von den einzelnen Geräten ab.

 

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